Checkliste

Die Kosten für eine Pflegehilfe aus Osteuropa sind abhängig von den Fach- und Sprachkenntnissen der Betreuungskraft
Foto: © panthermedia.net / Fabrice Michaudeau

Checkliste für entsendete Pflege- und Haushaltshilfen

Wenn Sie in Erwägung ziehen eine entsendete und somit sozialversicherte Pflegehilfe aus Osteuropa über eine Agentur zu engagieren, sollten Sie im Vorfeld überlegen, was es dabei zu beachten und zu vorbereiten gibt.

Da die Pflegehilfe mit im Haushalt lebt und - bis auf ihre freien Tage und sonstige Freizeit - (fast) rund um die Uhr täglich anwesend ist, kann sie als Teil der Familie im Pflegehaushalt betrachtet werden. Das erfordert ein hohes Maß an Sensibilität und Einfühlungsvermögen sowohl auf Seiten der Betreuungskraft, als auch auf Seiten des Pflegebedürftigen und seiner Angehörigen.

Insbesondere ist natürlich eine positive Einstellung des Pflegebedürftigen entscheidend, ob die Integration der Pflegehilfe harmonisch verläuft. Deshalb ist es wichtig, dass die pflegebedürftige Person der Betreuung durch eine Pflegehilfe zustimmt und auf ihr Kommen vorbereitet ist, um von Anbeginn an Konfliktsituationen zu vermeiden.

Eine gute Vorbereitung bildet die Basis für eine angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit. 
Nachfolgende Checkliste, soll Sie dabei unterstützen und Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen.

  • Einverständnis des Pflegebedürftigen für die Betreuung durch eine Pflegehilfe sollte vorliegen.

  • Wie sehen die individuellen Anforderungen für die Betreuung des Pflegebedürftigen aus (fachliche, soziale und sprachliche Kenntnisse, Erfahrungen, Führerschein)? Nutzen Sie für das Anforderungsprofil den Fragebogen, der Ihnen durch die Agentur zur Verfügung gestellt wird. Nur so ist eine bedarfsgerechte Vorauswahl durch die Agentur möglich, die im Normalfall innerhalb 1-2 Tagen erfolgt.
  • Welche Tätigkeiten darf eine Pflegehilfe ausführen?

  • Ist aufgrund der Anforderungen die zusätzliche Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst notwendig? 
  • Erkundigen Sie sich, mit welchen Kosten Sie für die Pflegehilfe aufgrund Ihres Anforderungsprofils rechnen müssen (fachliche und sprachliche Kenntnisse...) und wie Sie die Kosten evtl. mindert können (Pflegegeld, steuerliche Geltendmachung...).

  • Welche Nebenkosten kommen zusätzlich hinzu (Heizungskosten für eigenes Zimmer, Internet, Verpflegung, Reisekosten...).

  • Wie sehen die wohnlichen Voraussetzungen aus: Kann ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt werden, (Mit-) Benutzung des Bades, Möglichkeit mit Angehörigen im Heimatland zu telefonieren, Internetanschluss (Skype). Das eigene Zimmer sollte wohnlich und ansprechend eingerichtet sein, da sie hier einen Dauergast beherbergen möchten.

  • Wie ist der Dienstleistungsvertrag mit der Agentur ausgestaltet, entspricht er Ihren Vorstellungen? Lesen Sie sich diesen genau durch und beachten Sie, dass die entsendete Pflegehilfe nur der Agentur gegenüber weisungsgebunden ist, bei der sie angestellt und sozialversichert ist.
  • Fragen Sie nach, wie lange die Pflegehilfe nach dem Personalvorschlag durch die Agentur für Sie „reserviert“ wird. Sie sollten einerseits ausreichend Zeit erhalten, um eine Entscheidung treffen zu können, aber anderseits auch beachten, dass die Pflegehilfe ihren Aufenthalt in Deutschland planen muss, damit sie schnell zur Verfügung stehen kann. In der Regel erfolgt dies innerhalb einer Woche.

  • Überlegen Sie sich bereits im Vorfeld, wer den Pflegebedürftigen in der Zeit betreut, in der die Pflegehilfe ihre freien Tage bzw. freien Stunden hat.

  • Die konkrete Auswahl der Pflege-/Haushaltshilfe sollte möglichst durch bzw. mit der pflegebedürftigen Person erfolgen. Die Profile werden Ihnen durch die Agentur auf der Basis des ausgefüllten Fragebogens zur Verfügung gestellt, um die letztendliche Auswahl treffen zu können.

  • Gibt es im Vorfeld die Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme mit der Pflegehilfe per Skype oder Telefon, so können Sie mit ihr noch offene Fragen vor der Anreise klären und die Pflegehilfe bereits kennenlernen. Das hat natürlich den Vorteil, dass Sie bereits vor der Anreise sehen, ob die „Chemie“ stimmt und die Sprachkenntnisse Ihren Vorstellungen entsprechen.

  • Da die Pflegehilfe in der Regel nach 2-3 Monaten wechselt, sollten Sie bereits im Vorfeld mit der Agentur absprechen, wie der Wechsel aussieht. Im Idealfall, und im Sinne des Pflegebedürftigen, findet immer ein turnusmäßiger Wechsel zwischen den gleichen 2-3 Personen statt.

  • Haben Sie sich entschieden, kann es sehr schnell gehen. Reist die Pflegehilfe mit dem Zug oder einem Fernbus an, so muss sie in der Regel vom nächsten Bahnhof abgeholt werden. Stimmen Sie daher den Anreisezeitpunkt mit der Pflegehilfe ab. Die Reisekosten werden üblicherweise vom Pflegehaushalt übernommen.

  • Machen Sie sich auch bereits im Vorfeld Gedanken, wie das Kennenlernen bzw. die Ausgestaltung des ersten Tages aussehen soll, damit der erste Eindruck zwischen der Pflegehilfe und dem Pflegebedürftigen bzw. seiner Angehörigen stimmig und herzlich ist.

  • Für eine optimale Eingliederung in den Pflegehaushalt, ist es von Vorteil, wenn ein Angehöriger die Pflegehilfe in den ersten Tagen unterstützen kann, um alle wichtigen Details zu klären, die für ihre zukünftige Tätigkeit von Relevanz sind. Wie beispielsweise die nächstliegenden Einkaufsmöglichkeiten, die Praxis des Hausarztes, das Kennenlernen des ambulanten Pflegedienstes, das Kennenlernen der nächsten Angehörigen, das Kennenlernen des Umfeldes, z. B. für die Spaziergänge mit dem Pflegebedürftigen, die Erklärung der Aufgaben, die durch die Pflegehilfe übernommen werden sollen, Besonderheiten, die zu beachten sind...
Erstellen Sie sich am besten eine Liste und haken alles ab, was erledigt ist bzw. welche Fragen geklärt sind, damit Sie nichts übersehen oder vergessen.


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